Juni 17, 2026In Therapie

Hilfe zur Selbsthilfe


Wenn Krankheit, Erschöpfung oder Belastungen den Alltag bestimmen, entsteht oft das Bedürfnis nach einfachen Möglichkeiten, selbst wieder tätig werden zu können. Äußere Anwendungen wie Wickel, Einreibungen oder Bäder können dabei unterstützen, den eigenen Organismus zu stärken, Ruhe zu finden und Heilungsprozesse bewusst zu begleiten, sowohl ergänzend zu medizinischen Behandlungen als auch zuhause im Alltag.

Das Vademecum Äußere Anwendungen, auch „Pflege-Vademecum“ genannt, stellt hierfür ein frei zugängliches Angebot zur Verfügung. Seit 2009 sammelt die Plattform Erfahrungen aus der anthroposophischen Pflege und macht bewährte Anwendungen für Fachpersonen, Betroffene und Angehörige zugänglich. Ziel ist es, Menschen in ihrer Selbstwirksamkeit zu stärken und konkrete, alltagsnahe Unterstützungsmöglichkeiten aufzuzeigen.

Die Plattform wurde von Pflegenden entwickelt, um die vielfältigen Erfahrungen der anthroposophischen Pflege mit Äußeren Anwendungen wie Wickeln, Bädern und Einreibungen zu sammeln und anschließend sowohl Fachpersonen als auch Laien, die ein solches Angebot (auch als Ergänzung zur Schulmedizin) suchen, kostenlos zur Verfügung zu stellen.

Als eigenständige Arbeitsgruppe des Internationalen Forums für Anthroposophische Pflege (IFAN) arbeiten sieben Pflegende gemeinsam mit einem anthroposophischen Arzt ehrenamtlich an dem Projekt. Eingesandte Erfahrungsberichte werden geprüft und in Zusammenarbeit mit weiteren Pflegeexpert:innen und Ärzt:innen beraten, bevor sie veröffentlicht werden. Die Erfahrungsberichte zeigen, wie schnell und einfach kranken Menschen geholfen werden kann – auch zuhause –, denn die Äußeren Anwendungen eröffnen rasch konkrete Handlungsmöglichkeiten.

Dabei geht es nicht allein um die praktischen Maßnahmen. Einen Menschen mit Tüchern und Ölen zu umhüllen, ihn zu umsorgen, zu schützen und zu berühren, spricht auch eine tiefere Ebene an. Gerade in einer Zeit, in der viele Menschen Einsamkeit erleben und sich zwischen äußerer „Coolness“ und inneren Ohnmachtsgefühlen bewegen, kann diese Form der Zuwendung wohltuend sein. Der Mensch wird in seiner leiblichen und seelischen Situation wahrgenommen, gepflegt, gestützt, innerlich und äußerlich berührt.

Maja Thiesen 17.06.2026
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