Heileurythmie im Alter – Gegenstand aktueller Forschung
Mit zunehmendem Alter können Gleichgewicht, Beweglichkeit und Sicherheit im Alltag nachlassen. Besonders bei chronischen Erkrankungen steigt das Risiko für Stürze, die häufig weitreichende Folgen für Selbstständigkeit und Lebensqualität haben. Vor diesem Hintergrund wird seit einigen Jahren wissenschaftlich untersucht, welchen Beitrag achtsame Bewegungstherapien wie die Heileurythmie für ein gesundes Altern leisten können.
Ein bedeutendes Forschungsprojekt ist die ENTAiER-Studie, die unter Leitung des Universitätsklinikums Freiburg durchgeführt und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wurde. In dieser großen, multizentrischen Studie wurde untersucht, ob unter anderem Heileurythmie bei älteren Menschen mit chronischen Erkrankungen und erhöhtem Sturzrisiko zu einer Verbesserung von Mobilität, Balance und Lebensqualität beitragen kann. Dabei wurden unter anderem Sturzhäufigkeit, Sturzangst, Beweglichkeit, Stimmung, kognitive Fähigkeiten und die Selbstständigkeit im Alltag wissenschaftlich erfasst.

Das Forschungsinteresse richtet sich dabei nicht allein auf die körperliche Bewegung. Heileurythmie verbindet gezielte Bewegungsübungen mit Aufmerksamkeit, Koordination und innerer Präsenz. Dadurch werden sowohl motorische als auch kognitive und seelische Fähigkeiten angesprochen. Die Studie untersucht deshalb auch mögliche Auswirkungen auf Konzentration, Stimmung, Lebensqualität und die Fähigkeit, den Alltag selbstständig zu gestalten.
Aus anthroposophisch-medizinischer Sicht kann Heileurythmie insbesondere im Alter dazu beitragen, die Beziehung zum eigenen Körper zu stärken, Bewegungsabläufe bewusster zu gestalten und Vertrauen in die eigene Bewegungsfähigkeit zurückzugewinnen. Eine verbesserte Balance und Mobilität können dazu beitragen, Stürzen vorzubeugen. Gleichzeitig kann die regelmäßige Bewegung das Gefühl von Selbstwirksamkeit fördern und Menschen dabei unterstützen, ihre Eigenständigkeit möglichst lange zu erhalten.
Die ENTAiER-Studie ist ein Beispiel dafür, wie anthroposophische Therapieverfahren zunehmend Gegenstand moderner klinischer Forschung werden und ihr möglicher Beitrag zu Gesundheit, Lebensqualität und Selbstständigkeit im Alter systematisch erforscht werden.
Maja Thiesen 11.05.2026
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