FAQ
Häufige Fragen zurAnthroposophischen Medizin
FAQ
Häufige Fragen zur Anthroposophischen Medizin
Kompakte Antworten auf zentrale Fragen rund umPraxis, Forschung und Einordnung
Rund um die Anthroposophische Medizin entstehen immer wieder Fragen – zu ihrer Anwendung, zur wissenschaftlichen Forschung oder zu den Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen. Die FAQ greifen die häufigsten Fragen auf und bieten eine kompakte, gut verständliche Orientierung.
Kompakte Antworten auf zentrale Fragen rund um Praxis, Forschung und Einordnung
Rund um die Anthroposophische Medizin entstehen immer wieder Fragen – zu ihrer Anwendung, zur wissenschaftlichen Forschung oder zu den Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen. Die FAQ greifen die häufigsten Fragen auf und bieten eine kompakte, gut verständliche Orientierung.
Die Anthroposophische Medizin wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von einer Gruppe von Ärzt:innen rund um Rudolf Steiner und der Ärztin Ita Wegman begründet und als integratives medizinisches System entwickelt.
Die Entwicklung erfolgte ab den 1920er-Jahren. Rudolf Steiner brachte die geisteswissenschaftlichen Grundlagen ein, während Ita Wegman die medizinische Umsetzung verantwortete und erste therapeutische Konzepte sowie klinische Strukturen etablierte. Aus dieser Zusammenarbeit entstand ein eigenständiger integrativer Ansatz, der konventionelle Medizin mit erweiterten Diagnose- und Therapieverfahren verbindet. Dieser systemische Charakter prägt die Anthroposophische Medizin bis heute und bildet auch die Grundlage für entsprechende Versorgungs- und Evidenzforschung.

Rudolf Steiner
Nein. Anthroposophische Medizin versteht sich als integrative Medizin. Sie stellt moderne medizinische Diagnostik und Therapie nicht infrage, sondern baut auf ihnen auf. Dazu gehören selbstverständlich auch Medikamente, Impfungen, Operationen, Intensiv- und Notfallmedizin sowie andere wissenschaftlich begründete Standardbehandlungen.
Anthroposophische Verfahren werden ergänzend eingesetzt. Sie sollen die Behandlung erweitern, etwa durch äußere Anwendungen, Pflege, Kunsttherapie, Heileurythmie beziehungsweise Eurythmietherapie oder anthroposophische Arzneimittel. Sie ersetzen jedoch keine medizinisch notwendige Standardtherapie.
Entscheidend ist die ärztliche Verantwortung: Wirksame Behandlungen dürfen nicht verzögert oder unterlassen werden, wenn sie medizinisch geboten sind. Eine solche Verzögerung würde ärztlichen Sorgfaltspflichten widersprechen und entspricht nicht dem fachlichen Selbstverständnis der Anthroposophischen Medizin.
Die Anthroposophische Medizin richtet sich daher nicht gegen moderne Medizin. Sie fragt vielmehr, wie eine notwendige medizinische Behandlung so ergänzt werden kann, dass der einzelne Mensch in seiner körperlichen, seelischen, biografischen und sozialen Situation bestmöglich unterstützt wird.
Die Anthroposophische Medizin hat die Stellung eines integrativen medizinischen Systems, das ergänzend zur konventionellen Medizin eingesetzt wird.
Die Anthroposophische Medizin versteht sich nicht als Alternative zur Schulmedizin, sondern als integrativer Ansatz. Schulmedizinische Diagnostik und Therapie sind fester Bestandteil der Versorgung und werden durch weitere Verfahren ergänzt. Ziel ist es, unterschiedliche medizinische Perspektiven in einem gemeinsamen Behandlungskonzept zusammenzuführen.
Als sogenanntes Whole Medical System umfasst der Ansatz ärztliche Behandlung, Arzneimittel, therapeutische Verfahren und pflegerische Konzepte. Studien, Health-Technology-Assessments und Versorgungsforschung zeigen eine überwiegend positive, jedoch methodisch heterogene Evidenzlage, insbesondere in Bezug auf Lebensqualität, Symptomverlauf und Umsetzbarkeit im medizinischen Alltag.
Ja. In Deutschland gibt es mehrere Krankenhäuser und Fachkliniken mit anthroposophischer Ausrichtung. Zu den drei großen anthroposophischen Akutkrankenhäusern zählen das Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke, das Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe in Berlin und Die Filderklinik in Filderstadt bei Stuttgart.
Diese Häuser sind reguläre Krankenhäuser der allgemeinen Gesundheitsversorgung. Sie arbeiten mit moderner medizinischer Diagnostik und Therapie, verfügen über verschiedene Fachabteilungen und unterliegen denselben rechtlichen, fachlichen und qualitativen Anforderungen wie andere Krankenhäuser auch.
Der anthroposophische Ansatz kommt ergänzend hinzu. Er zeigt sich vor allem in der integrativen therapeutischen Begleitung, in der Pflege, in äußeren Anwendungen, künstlerischen Therapien, Heileurythmie beziehungsweise Eurythmietherapie, anthroposophischen Arzneimitteln und in einer besonderen Aufmerksamkeit für die individuelle Situation der Patient:innen.
Anthroposophische Krankenhäuser verbinden also moderne Krankenhausmedizin mit ergänzenden Verfahren und einem erweiterten Menschenverständnis. Einen Überblick über Einrichtungen bietet der Klinikverband Anthroposophischer Kliniken.
Die Anthroposophische Medizin stützt sich auf wissenschaftliche Studien und Versorgungsdaten mit unterschiedlicher Aussagekraft.
Die Anthroposophische Medizin wird wissenschaftlich nicht nur über einzelne Medikamente untersucht, sondern als gesamter medizinischer Ansatz. Als Whole Medical System wird sie mit einem erweiterten Evidenzrahmen bewertet, der ärztliche Behandlung, Arzneimittel, therapeutische Verfahren und langfristige Begleitung einbezieht.
Die Erkenntnisse stammen aus klinischen Studien, systematischen Übersichten, Registerdaten und Untersuchungen zur Versorgung im Alltag. Diese zeigen überwiegend positive Ergebnisse, insbesondere hinsichtlich Lebensqualität, Symptomverlauf und praktischer Umsetzbarkeit. Die Qualität der einzelnen Studien ist unterschiedlich; für den Gesamtansatz liegen jedoch konsistente Ergebnisse aus der Versorgungsforschung vor.

Mit dem am 10. Juli 2026 vom Deutschen Bundestag beschlossenen GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz wird die Kostenübernahme für Leistungen der Anthroposophischen Medizin durch die gesetzlichen Krankenkassen erheblich eingeschränkt.
Bedauerlicherweise werden anthroposophische Arzneimittel künftig grundsätzlich von der Erstattung durch die gesetzliche Krankenversicherung ausgeschlossen. Darüber hinaus dürfen Krankenkassen anthroposophische Arzneimittel und anthroposophische Leistungen – beispielsweise Kunsttherapie oder Heileurythmie – nicht mehr als freiwillige Satzungsleistungen anbieten. Damit entfällt die bislang je nach Krankenkasse mögliche Kostenübernahme.
Davon zu unterscheiden sind allgemeine ärztliche Leistungen, die unabhängig von der angewandten Therapierichtung zum regulären Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung gehören. Für private Krankenversicherungen und die Beihilfe gelten weiterhin die jeweiligen individuellen Vertrags- und Erstattungsbedingungen.
Die Anthroposophische Medizin nutzt ein abgestimmtes Spektrum aus ärztlichen, pharmazeutischen, künstlerischen und bewegungstherapeutischen Verfahren.
Zum therapeutischen Spektrum gehören anthroposophische Arzneimittel sowie ärztliche Gespräche, die psychosoziale und biografische Aspekte berücksichtigen. Ergänzend kommen künstlerische Therapien, Heileurythmie, rhythmische Massage und spezialisierte Pflegekonzepte zum Einsatz.
Diese Verfahren werden nicht isoliert angewendet, sondern im Sinne eines Whole-Medical-System-Ansatzes aufeinander abgestimmt. Ziel ist es, körperliche, seelische und soziale Faktoren in der Therapieplanung gemeinsam zu berücksichtigen.
Anthroposophisch tätige Ärzt:innen lassen sich über spezialisierte ärztliche Verzeichnisse und Berufsverbände finden.
Anthroposophische Medizin wird von regulär approbierten Ärzt:innen mit entsprechender Weiterbildung angeboten. Sie arbeiten ambulant oder stationär und sind über ärztliche Berufsverbände, Kliniken sowie integrativ arbeitende Praxen auffindbar.
Solche Verzeichnisse dienen der Orientierung und zeigen, wo qualifizierte medizinische Ansprechpartner:innen verfügbar sind. Sie bilden die ambulante wie stationäre Versorgung ab.
Über die Arztsuche der Gesellschaft Anthroposophischer Ärztinnen und Ärzte in Deutschland (GAÄD) können Sie einen Arzt, eine Ärztin in Ihrer Nähe finden
Eine Gruppe von Ärzt:innen rund um Rudolf Steiner und Ita Wegman entwickelte gemeinsam die Grundlagen der Anthroposophischen Medizin.
Rudolf Steiner (1861–1925) war Philosoph und Begründer der Anthroposophie. Er formulierte die theoretischen Grundlagen des erweiterten Menschenbildes. Ita Wegman (1876–1943) war Ärztin und verantwortete die praktische medizinische Umsetzung.
Sie gründete 1921 eine Klinik, entwickelte therapeutische Konzepte weiter und arbeitete eng mit Steiner an den ersten medizinischen Kursen. Aus dieser Zusammenarbeit entstand ein integrativer medizinischer Ansatz, der bis heute fortgeführt wird.
Impfungen werden in der Anthroposophischen Medizin als Bestandteil der regulären medizinischen Versorgung verstanden. Sie gehören zur modernen Medizin und werden nach allgemein anerkannten medizinischen Standards eingesetzt, wenn sie medizinisch angezeigt sind.
Der anthroposophische Ansatz betont eine sorgfältige ärztliche Beratung, in der Nutzen, Risiken und die individuelle gesundheitliche Situation berücksichtigt werden. Dabei werden bestehende medizinische Empfehlungen einbezogen. Die Anthroposophische Medizin wird in der Versorgungsforschung als integratives System beschrieben, das konventionelle Maßnahmen einschließt und nicht ersetzt.
Anthroposophische Ärztinnen und Ärzte verfügen über eine reguläre medizinische Ausbildung mit Approbation. Zusätzlich absolvieren sie eine Weiterbildung in Anthroposophischer Medizin.
In der Praxis arbeiten sie auf Grundlage schulmedizinischer Diagnostik und Therapie und erweitern diese um integrative Verfahren.
Die Anthroposophische Medizin versteht sich als therapeutisches Gesamtkonzept, in dem die ambulante und die stationäre Versorgung des erkrankten Menschen gleichberechtigt nebeneinanderstehen und die verschiedenen Gesundheitsberufe (Ärzt:innen, Therapeut:innen, Pflegende) eng zusammenarbeiten. Die enge Zusammenarbeit dieser Berufsgruppen ermöglicht eine individuell abgestimmte Behandlung, die den Menschen in seiner Gesamtheit in den Mittelpunkt stellt. Dabei geht es nicht nur um die Linderung von Symptomen, sondern auch darum, die Selbstheilungskräfte des Menschen auf physischer, seelischer und geistiger Ebene zu aktivieren.
Die Anthroposophischen Therapien werden ärztlich verordnet und können sowohl ambulant als auch stationär durchgeführt werden. Sie werden von Therapeut:innen, die über akademische Abschlüsse verfügen oder zertifiziert ausgebildet sind, geleitet.
Die Anthroposophische Medizin ist in Deutschland durch 13 stationäre Einrichtungen vertreten, zu denen Akutkrankenhäuser (gesetzlicher Versorgungsauftrag für die Bevölkerung), Fachkliniken sowie Belegkliniken oder einzelne Stationen gehören. Die drei größten Akutkliniken sind die Filderklinik (nahe Stuttgart) sowie die Gemeinschaftskrankenhäuser Havelhöhe (Berlin) und Herdecke (Witten-Herdecke). Darüber hinaus gibt es fünf Anthroposophische Rehakliniken (inklusive ein Eltern-Kind-Kurheim). Außerdem gibt es Anthroposophische Pflegeheime und zahlreiche ambulante Pflegedienste sowie über 200 Anthroposophische heilpädagogische Einrichtungen.
Es gibt in Deutschland rund 1.200 niedergelassene Anthroposophische Ärzte:innen. Anthroposophische Arzneimittel und Therapien (zum Beispiel die Misteltherapie) werden jedoch von weitaus mehr Ärzt:innen verordnet. Über die Arztsuche der Gesellschaft Anthroposophischer Ärztinnen und Ärzte in Deutschland (GAÄD) können Sie einen Arzt, eine Ärztin in Ihrer Nähe finden.
Sie interessieren sich für einen der hier vorgestellten Berufe? Mehr Infos bekommen Sie auf den Webseiten der jeweiligen Berufsverbände, die bei den einzelnen Berufsbildern vorgestellt werden.
Sie wollen sich erst einmal einen Gesamtüberblick über die Aus-und Weiterbildungsmöglichkeiten verschaffen? Informationen finden Sie hier auf der Seite der Medizinischen Sektion am Goetheanum.
Die Anthroposophische Medizin wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von einer Gruppe von Ärzt:innen rund um Rudolf Steiner und der Ärztin Ita Wegman begründet und als integratives medizinisches System entwickelt.
Die Entwicklung erfolgte ab den 1920er-Jahren. Rudolf Steiner brachte die geisteswissenschaftlichen Grundlagen ein, während Ita Wegman die medizinische Umsetzung verantwortete und erste therapeutische Konzepte sowie klinische Strukturen etablierte. Aus dieser Zusammenarbeit entstand ein eigenständiger integrativer Ansatz, der konventionelle Medizin mit erweiterten Diagnose- und Therapieverfahren verbindet. Dieser systemische Charakter prägt die Anthroposophische Medizin bis heute und bildet auch die Grundlage für entsprechende Versorgungs- und Evidenzforschung.
Die Anthroposophische Medizin stützt sich auf wissenschaftliche Studien und Versorgungsdaten mit unterschiedlicher Aussagekraft.
Die Anthroposophische Medizin wird wissenschaftlich nicht nur über einzelne Medikamente untersucht, sondern als gesamter medizinischer Ansatz. Als Whole Medical System wird sie mit einem erweiterten Evidenzrahmen bewertet, der ärztliche Behandlung, Arzneimittel, therapeutische Verfahren und langfristige Begleitung einbezieht.
Die Erkenntnisse stammen aus klinischen Studien, systematischen Übersichten, Registerdaten und Untersuchungen zur Versorgung im Alltag. Diese zeigen überwiegend positive Ergebnisse, insbesondere hinsichtlich Lebensqualität, Symptomverlauf und praktischer Umsetzbarkeit. Die Qualität der einzelnen Studien ist unterschiedlich; für den Gesamtansatz liegen jedoch konsistente Ergebnisse aus der Versorgungsforschung vor.
Die Anthroposophische Medizin hat die Stellung eines integrativen medizinischen Systems, das ergänzend zur konventionellen Medizin eingesetzt wird.
Die Anthroposophische Medizin versteht sich nicht als Alternative zur Schulmedizin, sondern als integrativer Ansatz. Schulmedizinische Diagnostik und Therapie sind fester Bestandteil der Versorgung und werden durch weitere Verfahren ergänzt. Ziel ist es, unterschiedliche medizinische Perspektiven in einem gemeinsamen Behandlungskonzept zusammenzuführen.
Als sogenanntes Whole Medical System umfasst der Ansatz ärztliche Behandlung, Arzneimittel, therapeutische Verfahren und pflegerische Konzepte. Studien, Health-Technology-Assessments und Versorgungsforschung zeigen eine überwiegend positive, jedoch methodisch heterogene Evidenzlage, insbesondere in Bezug auf Lebensqualität, Symptomverlauf und Umsetzbarkeit im medizinischen Alltag.
Nein. Anthroposophische Medizin versteht sich als integrative Medizin. Sie stellt moderne medizinische Diagnostik und Therapie nicht infrage, sondern baut auf ihnen auf. Dazu gehören selbstverständlich auch Medikamente, Impfungen, Operationen, Intensiv- und Notfallmedizin sowie andere wissenschaftlich begründete Standardbehandlungen.
Anthroposophische Verfahren werden ergänzend eingesetzt. Sie sollen die Behandlung erweitern, etwa durch äußere Anwendungen, Pflege, Kunsttherapie, Heileurythmie beziehungsweise Eurythmietherapie oder anthroposophische Arzneimittel. Sie ersetzen jedoch keine medizinisch notwendige Standardtherapie.
Entscheidend ist die ärztliche Verantwortung: Wirksame Behandlungen dürfen nicht verzögert oder unterlassen werden, wenn sie medizinisch geboten sind. Eine solche Verzögerung würde ärztlichen Sorgfaltspflichten widersprechen und entspricht nicht dem fachlichen Selbstverständnis der Anthroposophischen Medizin.
Die Anthroposophische Medizin richtet sich daher nicht gegen moderne Medizin. Sie fragt vielmehr, wie eine notwendige medizinische Behandlung so ergänzt werden kann, dass der einzelne Mensch in seiner körperlichen, seelischen, biografischen und sozialen Situation bestmöglich unterstützt wird.
Die Anthroposophische Medizin nutzt ein abgestimmtes Spektrum aus ärztlichen, medikamentösen, künstlerischen und bewegungstherapeutischen Verfahren.
Zum therapeutischen Spektrum gehören anthroposophische Arzneimittel sowie ärztliche Gespräche, die psychosoziale und biografische Aspekte berücksichtigen. Ergänzend kommen künstlerische Therapien, Heileurythmie, rhythmische Massage und spezialisierte Pflegekonzepte zum Einsatz.
Diese Verfahren werden nicht isoliert angewendet, sondern im Sinne eines Whole-Medical-System-Ansatzes aufeinander abgestimmt. Ziel ist es, körperliche, seelische und soziale Faktoren in der Therapieplanung gemeinsam zu berücksichtigen.
Mit dem am 10. Juli 2026 vom Deutschen Bundestag beschlossenen GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz wird die Kostenübernahme für Leistungen der Anthroposophischen Medizin durch die gesetzlichen Krankenkassen erheblich eingeschränkt.
Bedauerlicherweise werden anthroposophische Arzneimittel künftig grundsätzlich von der Erstattung durch die gesetzliche Krankenversicherung ausgeschlossen. Darüber hinaus dürfen Krankenkassen anthroposophische Arzneimittel und anthroposophische Leistungen – beispielsweise Kunsttherapie oder Heileurythmie – nicht mehr als freiwillige Satzungsleistungen anbieten. Damit entfällt die bislang je nach Krankenkasse mögliche Kostenübernahme.
Davon zu unterscheiden sind allgemeine ärztliche Leistungen, die unabhängig von der angewandten Therapierichtung zum regulären Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung gehören. Für private Krankenversicherungen und die Beihilfe gelten weiterhin die jeweiligen individuellen Vertrags- und Erstattungsbedingungen.
Ja. In Deutschland gibt es mehrere Krankenhäuser und Fachkliniken mit anthroposophischer Ausrichtung. Zu den drei großen anthroposophischen Akutkrankenhäusern zählen das Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke, das Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe in Berlin und Die Filderklinik in Filderstadt bei Stuttgart.
Diese Häuser sind reguläre Krankenhäuser der allgemeinen Gesundheitsversorgung. Sie arbeiten mit moderner medizinischer Diagnostik und Therapie, verfügen über verschiedene Fachabteilungen und unterliegen denselben rechtlichen, fachlichen und qualitativen Anforderungen wie andere Krankenhäuser auch.
Der anthroposophische Ansatz kommt ergänzend hinzu. Er zeigt sich vor allem in der integrativen therapeutischen Begleitung, in der Pflege, in äußeren Anwendungen, künstlerischen Therapien, Heileurythmie beziehungsweise Eurythmietherapie, anthroposophischen Arzneimitteln und in einer besonderen Aufmerksamkeit für die individuelle Situation der Patient:innen.
Anthroposophische Krankenhäuser verbinden also moderne Krankenhausmedizin mit ergänzenden Verfahren und einem erweiterten Menschenverständnis. Einen Überblick über Einrichtungen bietet der Klinikverband Anthroposophischer Kliniken.
Anthroposophisch tätige Ärzt:innen lassen sich über spezialisierte ärztliche Verzeichnisse und Berufsverbände finden.
Anthroposophische Medizin wird von regulär approbierten Ärzt:innen mit entsprechender Weiterbildung angeboten. Sie arbeiten ambulant oder stationär und sind über ärztliche Berufsverbände, Kliniken sowie integrativ arbeitende Praxen auffindbar.
Solche Verzeichnisse dienen der Orientierung und zeigen, wo qualifizierte medizinische Ansprechpartner:innen verfügbar sind. Sie bilden die ambulante wie stationäre Versorgung ab.
Eine Gruppe von Ärzt:innen rund um Rudolf Steiner und Ita Wegman entwickelte gemeinsam die Grundlagen der Anthroposophischen Medizin.
Rudolf Steiner (1861–1925) war Philosoph und Begründer der Anthroposophie. Er formulierte die theoretischen Grundlagen des erweiterten Menschenbildes. Ita Wegman (1876–1943) war Ärztin und verantwortete die praktische medizinische Umsetzung.
Sie gründete 1921 eine Klinik, entwickelte therapeutische Konzepte weiter und arbeitete eng mit Steiner an den ersten medizinischen Kursen. Aus dieser Zusammenarbeit entstand ein integrativer medizinischer Ansatz, der bis heute fortgeführt wird.
Impfungen werden in der Anthroposophischen Medizin als Bestandteil der regulären medizinischen Versorgung verstanden. Sie gehören zur modernen Medizin und werden nach allgemein anerkannten medizinischen Standards eingesetzt, wenn sie medizinisch angezeigt sind.
Der anthroposophische Ansatz betont eine sorgfältige ärztliche Beratung, in der Nutzen, Risiken und die individuelle gesundheitliche Situation berücksichtigt werden. Dabei werden bestehende medizinische Empfehlungen einbezogen. Die Anthroposophische Medizin wird in der Versorgungsforschung als integratives System beschrieben, das konventionelle Maßnahmen einschließt und nicht ersetzt.
Anthroposophische Ärztinnen und Ärzte verfügen über eine reguläre medizinische Ausbildung mit Approbation. Zusätzlich absolvieren sie eine Weiterbildung in Anthroposophischer Medizin.
In der Praxis arbeiten sie auf Grundlage schulmedizinischer Diagnostik und Therapie und erweitern diese um integrative Verfahren.
Die Anthroposophische Medizin versteht sich als therapeutisches Gesamtkonzept, in dem die ambulante und die stationäre Versorgung des erkrankten Menschen gleichberechtigt nebeneinanderstehen und die verschiedenen Gesundheitsberufe (Ärzt:innen, Therapeut:innen, Pflegende) eng zusammenarbeiten. Die enge Zusammenarbeit dieser Berufsgruppen ermöglicht eine individuell abgestimmte Behandlung, die den Menschen in seiner Gesamtheit in den Mittelpunkt stellt. Dabei geht es nicht nur um die Linderung von Symptomen, sondern auch darum, die Selbstheilungskräfte des Menschen auf physischer, seelischer und geistiger Ebene zu aktivieren.
Die Anthroposophischen Therapien werden ärztlich verordnet und können sowohl ambulant als auch stationär durchgeführt werden. Sie werden von Therapeut:innen, die über akademische Abschlüsse verfügen oder zertifiziert ausgebildet sind, geleitet.
Die Anthroposophische Medizin ist in Deutschland durch 13 stationäre Einrichtungen vertreten, zu denen Akutkrankenhäuser (gesetzlicher Versorgungsauftrag für die Bevölkerung), Fachkliniken sowie Belegkliniken oder einzelne Stationen gehören. Die drei größten Akutkliniken sind die Filderklinik (nahe Stuttgart) sowie die Gemeinschaftskrankenhäuser Havelhöhe (Berlin) und Herdecke (Witten-Herdecke). Darüber hinaus gibt es fünf Anthroposophische Rehakliniken (inklusive ein Eltern-Kind-Kurheim). Außerdem gibt es Anthroposophische Pflegeheime und zahlreiche ambulante Pflegedienste sowie über 200 Anthroposophische heilpädagogische Einrichtungen.
Es gibt in Deutschland rund 1.200 niedergelassene Anthroposophische Ärzte:innen. Anthroposophische Arzneimittel und Therapien (zum Beispiel die Misteltherapie) werden jedoch von weitaus mehr Ärzt:innen verordnet. Über die Arztsuche der Gesellschaft Anthroposophischer Ärztinnen und Ärzte in Deutschland (GAÄD) können Sie einen Arzt, eine Ärztin in Ihrer Nähe finden
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